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Die Blockflöte erscheint zum ersten Mal abgebildet in einem lateinischen Psalter aus dem 11. Jahrhundert. Das Mittelalter kennt die Blockflöte in der Hand des fahrenden Spielmannes oder des im Dienst eines Hofes stehenden Menestrels. Im 15./16. Jahrhundert hat die Blockflöte bereits alle Schichten erobert: sie erklingt in der Volksmusik, im Haus des Bürgers genauso wie am königlichen Hof. Im 17. Jahrhundert erhält die Blockflöte, wie viele andere Instrumente dieser Zeit, eine höhere Leistungsfähigkeit in Bezug auf Tonumfang, Ansprechvermögen und Stärke der höheren Töne durch eine veränderte Bauweise, allerdings auf Kosten der runden, tiefen Töne, welche die Renaissanceinstrumente besitzen. Der obertonreiche, spitzere Klang, sowie der erweiterte Tonumfang lassen diese Instrumente der Barockzeit immer mehr zum virtuosen Soloinstrument werden, dessen Brillanz und Wendigkeit in den oft atemberaubenden Werken des beginnenden 18. Jahrhunderts gipfelt.
Dieser Höhepunkt des Blockflötenspiels markiert jedoch gleichzeitig auch sein Ende: Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts hat die von Frankreich überschwappende „Modewelle Traversflöte“ die Blockflöte so gründlich fortgespült, dass sie erst im Zuge der Wandervogelbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunächst in der Volksmusik und in vereinfachter Bauweise wieder in Erscheinung tritt. Neue Wertschätzung erfährt sie erst in der experimentellen Avantgardemusik und schließlich in den 70er Jahren durch die von Harnoncourt angeregte Rückbesinnung auf die historische Aufführungspraxis.






