Barocke Gestik
  • Mit der Entstehung der Oper um 1600 in Florenz, wurde eine für die gesamte Musikgeschichte revolutionäre Neuerung geschaffen. Der Schwerpunkt der musikalischen Darstellung sollte nunmehr auf dem gesprochenen Wort liegen, nicht mehr auf der Musik, die ab diesem Zeitpunkt eher untermalende, beziehungsweise begleitende Basis darstellen sollte. Man lehnte sich dabei an das antike Vorbild Griechenlands an, indem man nicht nur rhetorische Mittel in den rezitativischen Stil des Gesangs involvierte, sondern diese durch Gestik zu verdeutlichen versuchte. Daher war es im Barock und auch in den folgenden Epochen durchaus üblich das Gesungene durch damit verbundene Gesten zu untermalen. Alice Oskera -Burghardt verwendet in den weltlichen Stücken des frühen Barock bis zur Klassik hin diese Ausdrucksform, um Ihnen ein lebendiges Bild von Alter Musik zu geben und dies nicht nur durch Gesang, sondern auch durch den Aspekt der Gestik. Im Laufe der Zeit wurde der Handlungsrahmen der jeweiligen Gesten erweitetert. Das heißt mit fortschreitender Zeit bietet sich der Sängerin eine immer größer werdende darstellerische Bewegungsfreiheit. Die letzte deutliche Verwendung von Gesten zur Verstärkung des Ausdrucks ist übrigens beim Stummfilm zu finden.