
- Ursprünglich verbreitet in Asien und dem nördlichen Afrika, gelangt die Querflöte über Byzanz und das oströmische Reich nach Europa und taucht im Mittelalter vor allem im deutschen Sprachraum, aber auch in Spanien und Frankreich auf, wo sie vor allem vom Militär eingesetzt wird. Besonders die baulichen Neuerungen durch die Instrumentenbauerfamilie Hotteterre verhelfen der Traversflöte um die Mitte des 17. Jahrhunderts zum Durchbruch. Bereits ab der 2. Hälfte des 17. Jh. hatte sich der neue Instrumententyp aus Paris durch seinen weichen, changierenden Klang in die Herzen der feinen franz. Gesellschaft geschmeichelt. Die Vorbildfunktion des franz. Hofes begünstigt die Verbreitung der Traversflöte an den Fürstenhöfen Europas. Sie wird zum Nobelinstrument „par excellence“. Das breite Farbspektrum ihres Klanges, hell und strahlend, aber auch weich und matt, wird zum Klangideal des beginnenden 18. Jh. Nach und nach wird durch Erhöhung der Klappenzahl die Spielbarkeit vereinfacht und die Tonqualität ausgeglichen, um dem Wunsch nach größerer Virtuosität zu entsprechen. Diese Entwicklung gipfelt Mitte des 19. Jh. in der Konstruktion der Boehmflöte (meist aus Holz, seltener Metall), die mit ihrem kompletten Klappensatz die kunstvollen Bohrungen der Vorgängerinstrumente überflüssig macht. Ziel ist nunmehr eine stabile Intonation und die klangliche Gleichheit aller Töne. Erst um die Mitte des 20. Jh. haben die größer werdenden Orchester und Konzertsäle und der Wunsch nach größerer Lautstärke die hölzerne Querflöte mit ihrem eher intimen Charakter vollständig verdrängt. Heute, im Zuge der neuen Wertschätzung historischer Aufführungspraxis erobert sich die Traversflöte ihren Platz auf der Bühne als Solo-, Kammermusik- und Orchesterinstrument zurück.






